16. Mai 2023 – Stefan Angele

Deutschland im Gaming-Fieber:

Unter welchen Altersgruppen sind Videospiele am beliebtesten?

Zwei Personen spielen an der Playstation auf zwei Controllern Fifa
Foto: JESHOOTS.COM auf Unsplash

Dass Deutschland im Gaming-Fieber ist, kommt nicht von ungefähr. Es ist der Höhepunkt einer Entwicklung, die vor über 50 Jahren ihren Anfang nahm. Im Jahre 1968 stellte Ralph Baer die erste Spielekonsole der Welt vor. Die sogenannte Brown Box wurde kurze Zeit später in Magnavox umbenannt und ebnete den Weg für Nintendo und Sony.
Zu einem Massenphänomen wurde das Gaming durch den Gameboy. Nintendo gelang mit dem kleinen Handheld ein echter Coup. Doch auch Atari und andere Spielekonsolen konnten in den 1980er-Jahren eine ganze Generation in den Bann ziehen. Auf Atari und Gameboy folgten PlayStation, PC-Games und das Mobile-Gaming. SEGA war ebenfalls ein großer Impulsgeber in den 1980er- und 1990er-Jahren. Das Spielemagazin gaminggadgets.de stellt alle Konsolen und deren Spiele ausgiebig vor.

So manche Konsolen verschwanden

Doch die Spieler blieben! Genau dies ist der Punkt. Wir beobachten zurzeit, wie die dritte Generation mit digitalen Spielen groß wird. Sei es auf der Konsole, dem Smartphone, Laptop, Tablet oder anderen Endgeräten. Die Technik ändert sich, doch die Freude am Spiel bleibt.
Das hat zur Folge, dass wir auf eine sehr ausgeglichene Nutzergruppe treffen. Hier der schelle Überblick:

  • Etwa sieben Prozent sind zwischen sechs und neun Jahre alt
  • Ungefähr 16 Prozent der Gamer in Deutschland sind in der Gruppe von zehn bis 19 Jahren
  • Bei den 20 - 29 Jahre alten Gamern liegt der Anteil bei 14 Prozent
  • Ganze 18 Prozent der Gamer in Deutschland sind zwischen 30 und 39 Jahren
  • Bei den 40 bis 49-Jährigen sind es 15 Prozent
  • Die Gruppe der 50 bis 59-Jährigen stellt stolze 18 Prozent
  • In der Altersgruppe 60 bis 69 finden wir immerhin noch elf Prozent aller deutschen Gamer
  • Die breite Auffächerung unterstreicht eine vorher nie dagewesene Akzeptanz von Computerspielen. Sie eröffnet für die Spieleentwickler völlig neue Möglichkeiten, von denen sie auch Gebrauch machen.

    Kein Spiel für alle

    Aufgrund dieser Bandbreite an Spielern gibt es immer seltener Spiele, die wirklich alle begeistern. Jede Altersgruppe hat ihre eigenen Präferenzen, und das sorgt für eine unvergleichliche Abwechslung auf dem Spielemarkt. Dennoch gibt es gewisse Trends, die alle betreffen.
    Dabei handelt es sich vor allen Dingen um die Art und Weise, wie die Deutschen ihrer Lust auf das Gaming nachgehen. Die Bedeutung an PC-Games hat spürbar nachgelassen und auch die Konsolen laufen den guten Zahlen vergangener Tage hinterher. Über alle Altersgrenzen hinweg hat das Smartphone einen Siegeszug vollzogen, der uneinholbar scheint. In Deutschland bevorzugen 80 Prozent aller Gamer ihr Handy zum Spielen. Ob dies schon der Höhepunkt ist oder das Smartphone PCs und Konsolen noch weiter verdrängen wird, bleibt offen.

    Über 37 Millionen Deutsche spielen regelmäßig

    Eine gewaltige Zahl, die die Bedeutung der Spielebranche als Ganzes unterstreicht. Doch bedeutet dies mitnichten, dass dies einen negativen Effekt auf das Sozialverhalten hat, ganz im Gegenteil: In Deutschland spielen 87 Prozent aller Gamer bevorzugt mit anderen. Dies kann im Freundes- oder Bekanntenkreis sein, bei Turnieren und Conventions oder aber mit Unbekannten im Netz.
    Das Gaming-Fieber lässt die Deutschen auch zusammenwachsen. Es ist eine gemeinsame Leidenschaft, die 37 Millionen Menschen verbindet. Damit muss sich das Gaming nur König Fußball geschlagen geben. Dort fiebern über 50 Millionen Deutsche mit ihren Lieblingsvereinen.

    Das Gaming ist somit fest verwurzelt

    Wenn wir uns die Zahlen anschauen, können wir feststellen, dass Deutschland weit mehr als nur im Gaming-Fieber ist. Deutschland ist Gaming und Gaming ist Deutschland. Das lässt uns mit großer Neugier in die Zukunft blicken. Wohin mag sich das Gaming entwickeln? Die heutigen Trends sind Live- und Handy-Spiele, die uns mit anderen interagieren lassen.
    Die Motivationen zum Smartphone zu greifen und zu spielen, ähneln sich ebenfalls. Ungefähr 65 Prozent geben an, sich mit dem Spielen die Zeit vertreiben zu wollen, rund 40 Prozent suchen die Ablenkung und 35 Prozent die Entspannung. Fast alle Gamer geben an, mit dem Spielen auch jede Menge Spaß haben zu wollen. Das Entertainment steht somit weit über Education. Denn der Anteil derer, die spielen, um etwas zu lernen, liegt bei 35 Prozent.

    Die Pandemie hat viel verändert

    Die Corona-Jahre haben dem Gaming zu einem wahren Boom verholfen, vor allem bei Kindern. Vor der Pandemie gaben sich rund 43 Prozent der Deutschen regelmäßig dem Spielen hin, während der Pandemie ist der Wert auf 54 Prozent gestiegen. Das Interessante daran ist, dass nach dem Ende der Pandemie die Nutzerzahlen gleich hoch geblieben sind. Das unterstreicht unter anderem die hohe Qualität der heutigen Spiele. Sie verstehen es, die Nutzer wirklich gut zu unterhalten.
    Für die Gaming-Industrie ist noch ein weiterer Wert von hoher Bedeutung. In Deutschland sind 72 Prozent aller Gamer bereit, für ihre Spiele auch Geld auszugeben. Die Zahlungsbereitschaft ist somit enorm hoch und wird den Spieleentwicklern auch weiterhin erfolgreiche Jahre bescheren.

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